Cybercrime im Zeitalter von KI: Diese Entwicklungen sollten Unternehmen jetzt kennen

Künstliche Intelligenz verändert nicht nur, wie Unternehmen arbeiten, sondern sie verändert auch wie Kriminelle vorgehen. Der neue Report „Cybercrime in the Age of AI 2026“ unseres Herstellerpartners ThreatDown zeigt: Angriffe, für die früher jahrelange Fachkenntnisse nötig waren, sind heute auch für weniger erfahrene Täter möglich. Wir fassen die wichtigsten Erkenntnisse des Reports zusammen.

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KI ermöglicht schnellere Cyberangriffe

Anfang 2026 griff eine Person ohne jede Vorerfahrung im Bereich industrieller Steuerungstechnik mehrere mexikanische Behörden an, darunter einen Wasserversorger in Monterrey. Bei der Vorbereitung des Angriffs identifizierte die KI-Software eigenständig ein sogenanntes SCADA-System – die Steuerungssoftware, mit der etwa Wasserwerke oder Kraftwerke betrieben werden –, stufte es korrekt als kritische Infrastruktur ein und empfahl einen gezielten Angriff darauf. Der Angriff scheiterte, doch der Report macht deutlich: Die Einstiegs-Hürde, kritische Infrastruktur anzugreifen, ist deutlich gesunken.

Kriminelle KI-Tools tarnen sich als seriöse Software

Auf den ersten Blick wirken viele kriminelle KI-Angebote wie ganz normale Software-Produkte: mit Preislisten, Login-Bereichen und Bezahlfunktionen, auffindbar über gewöhnliche Google-Suchen. Ein bekanntes Beispiel, WormGPT, bewirbt sich mittlerweile als „Ethical Hacking AI“ für Sicherheitsfachleute. Tatsächlich handelt es sich meist um Zugriff auf bekannte KI-Modelle, dessen eingebaute Schutzmechanismen gezielt umgangen wurden oder um den Weiterverkauf regulärer API-Zugänge mit Aufschlag.

Seriöse KI-Anbieter statten ihre Modelle mit sogenannten Guardrails aus – eingebauten Regeln, die verhindern sollen, dass die KI bei schädlichen Anfragen hilft. Mit einer Technik namens „Abliteration“ lässt sich dieses Verhalten gezielt entfernen, ohne dass das Modell neu trainiert werden muss. Das Ergebnis: eine KI, die nahezu jede Anfrage beantwortet. Die Forschenden hinter dem Report fanden über 6.600 solcher „entfesselten“ Modelle offen auf der Plattform Hugging Face, mit zusammen mehreren Millionen Downloads allein innerhalb von 30 Tagen.

Das Risiko im eigenen Haus: Schatten-KI

Viele Mitarbeitende nutzen KI-Tools im Arbeitsalltag über private, von der IT-Abteilung nicht freigegebene Zugänge – und laden dabei mitunter vertrauliche Dokumente hoch oder verbinden Firmensysteme mit ungeprüften Plattformen. Der Report beziffert die Folgen: Jedes fünfte Unternehmen war 2025 von einem Sicherheitsvorfall betroffen, der auf solche „Schatten-KI“ zurückging – mit durchschnittlich rund 670.000 US-Dollar Mehrkosten gegenüber einem gewöhnlichen Vorfall. Wie gezielt Kriminelle diese Begeisterung für neue KI-Tools ausnutzen, zeigt ein Beispiel aus dem Report: Für den populären KI-Agenten OpenClaw kursierte eine vermeintliche Anleitung, mit einem selbst gebauten Handelsbot Gewinne zu erzielen. Wer der Anleitung folgte, installierte in Wirklichkeit Schadsoftware, die gespeicherte Zugangsdaten stiehlt.

Der nächste Schritt: KI, die eigenständig Sicherheitslücken findet

Im April 2026 stellte Anthropic mit Claude Mythos ein KI-Modell vor, das so gut darin ist, unbekannte Sicherheitslücken in Software aufzuspüren, dass das Unternehmen es zunächst gar nicht öffentlich verfügbar machte. In Tests fand das Modell bislang unentdeckte Schwachstellen in praktisch jedem gängigen Betriebssystem und Browser. Laut Report ist es nur eine Frage der Zeit bis vergleichbar leistungsfähige KI auch auf kriminellen Marktplätzen angeboten wird.

Was Unternehmen jetzt tun können

NIS2 ist mehr als Compliance, sondern ein strategischer Erfolgsfaktor. Unternehmen, die jetzt handeln, schützen nicht nur sich vor Bußgeldern, sondern sichern ihr Geschäftsmodell langfristig ab. Mit den richtigen Partnern und Lösungen wird aus der Pflicht eine Chance für mehr Sicherheit, Vertrauen und Wettbewerbsfähigkeit.

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